Fra Bayern til Oslo

Mein ERASMUS-Auslandsjahr in Norwegen
 

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Die erste Woche

So, nach knapp einer Woche kann ich mal das etwas knapper bemessene Programm nutzen, um etwas auszuschlafen und auch hier mal wieder etwas zu hinterlassen. Soll ja nicht so aussehen, als wär das nur das Ergebnis einer einmaligen Laune gewesen!

Aber zum einen ist das mit dem Internet nicht wirklich so gelaufen, wie gedacht. WLan gibts keins, stattdessen lediglich nen Kabelanschluß, wenn auch nen recht schnellen. An der Uni solls zwar WLan geben, aber mein "gut funktionierender und unkomplizierter" Mac will leider nicht so...ohne Witz, ein Apple benötigt zwar wirklich nicht viele Programminstallationen u.ä., aber grad das Internet macht zumindest mir immer wieder Sorgen. Seit vorgestern hab ichs aber nun zumindest in meinem Zimmer.

Diese Woche stand und steht im Zeichen eines recht komplizierten Anmeldeverfahrens. Erst braucht man Zugang zum Internet, um sich dann für die Kurse anmelden zu können. Dann kann man seinen Studentenausweis beantragen und erhält schließlich die Semesterkarte. Soweit zum Uniteil.
Ferner muß man beim Verkehrsamt in Oslo (Trafikanten) sein Semesterticket abholen, um es dann in der Uni wiederum irgendwie gegenzeichnen zu lassen oder so o_O
Irgendwann muß man seine Daten der Polizei übergeben, um ne vorläufige ID für Norwegen zu bekommen, die dann irgendwie verlängert werden kann, wenn man länger als ein halbes Jahr in Norwegen ist. Damit kann man dann Konten eröffnen u.ä....und das ist alles der vereinfachte Prozeß für EU-Bürger. Obwohl Norwegen nicht in der EU ist, profitiert man doch ziemlich von den rechtlichen Vorteilen, wie man sie wohl auch im EU-Ausland hat.
Aber dennoch bedeutet es viel, viel Zeit mit dem Ziehen von Wartenummern =(
Jedenfalls werd ich erst heute vielleicht meinen Studentenausweis beantragen können, nachdem die Registration für Kurse bereits dem System übermittelt worden ist...hoffentlich. Jedenfalls ist es offenbar nicht wie in München, wo man vor dem Semester bereits alle Materialien zugeschickt bekommt. Ich glaube auch nicht, daß es nur Austauschstudenten betrifft, dazu klauen einem zu viele Norweger die Wartenummern =(
Ferner werde ich noch mit dem "Departmental Coordinator" für den ERASMUS-Austausch reden müssen, da ich einen Kurs außerhalb meiner Fakultät (Faculty of Humanities, also Geisteswissenschaften), in Soziologie, besuchen möchte.

Immerhin habe ich es nun geschafft, mir eine SIM-Karte eines norwegischen Anbieters zu besorgen. Damit kostets mich nichts mehr, aus Deutschland angerufen zu werden, ferner ists nach Deutschland auch nicht mehr soo teuer, da Auslandstarif. Wers nicht bei Facebook bekommen hat, kann hier meine Nummer haben: (0047) 46346597

Ansonsten gibts heute die International Coffee Hour, die jeden Freitag stattfindet und wo sich offenbar Norweger und ausländische Studenten treffen. Danach wirds im Haus nebenan eine offenbar legendäre Hausparty geben. Ich frage mich nur, wie geschätzte 170 Studenten allein über die Facebook-Zusage in ein Appartment passen wollen, das vielleicht 30 Personen Platz bietet...aber dann ist es sehr, sehr eng. Aber das Ding heißt auch Mass Kitchen Party, und ich bin auf jeden Fall sehr gespannt! ^^

Tja, gestern habe ich auch bereits das norwegische Gesetz kennengelernt und  einen der Gründe dafür erfahren, warum die Norweger offenbar im europäischen Durchschnitt so wenig trinken: Zwar haben die Supermärkte normalerweise bis 22 Uhr auf, aber...nach 18 Uhr kann man kein Bier u.ä. mehr kaufen (anderes Zeugs gibts ohnehin nur in staatlichen Läden, den Vinmonopolene). Nicht, daß die Kassiererinnen einfach nur streng sind, nein...sie können die Waren schlicht nicht mehr einscannen! Daß 5 billige Bier im Supermarkt zusammen umgerechnet 13€ kosten, ist eines der Phänomene, für die Norwegen ohnehin bekannt ist. Meine Frage, ob man wenigstens an der Tanke auch nach 6 noch was bekommt, wurde übrigens verneint: An Tankstellen gibts überhaupt keinen Alkohol! ^^
Das ist der Grund, warum hier bei Partys eigentlich jeder sein Zeug selbst mitbringt und überall Plastiktüten mit vllt 4-6 Bierdosen herumstehen. Am Ende ist man gestern dann aber irgendwie ohne jeglichen Einsatz doch bei einem Amerikaner in der Wohneinheit gelandet, der wirklich sehr gut Gitarre spielen und singen konnte...und irgendwie wars dann am Ende doch wieder recht gesellig...es gibt eben nette und spendable Menschen! =)
Ach ja, das Ganze war übrigens ursprünglich ne Flag-Party der ERASMUS-Studenten, wo man seine Nationalflagge mitbringen sollte. Obwohl wahrscheinlich kaum jemand das vorher gewusst hat, hatten erstaunlich viele ihre dabei. Ich zum Glück auch! =) Man merkt halt doch, daß gerade erst WM gewesen ist.
Bevor man mich allerdings falsch versteht: Die Norweger sagen, daß es in den ersten beiden Wochen sehr viele Partys gibt, aber danach dafür kaum noch. Wir werden sehen! ^^

Tja, leider habe ich nun nicht mehr viel Zeit, da ich noch etwas zum Mittag essen muß (das klassische internationale Studentenmenü: Nudeln mit Soße...aber immerhin das ist recht günstig, wenn man die richtigen Marken kauft) und dann meinen Studentenausweis beantragen werde. Mehr über die ersten Eindrücke von Oslo und vor allem die Leute wirds daher am Wochenende geben!

Nur noch eine Anekdote über Norwegen zum Schluß: Das vielleicht bekannteste und für uns lustigste deutsche Wort in der norwegischen Sprache ist sicher das Vor- bzw. Nachspiel. Wir kennen das hier auch aus einem gewissen geselligen Kontext, aber in Norwegen bedeutet es etwas (völlig?!) anderes: Da Alkohol in den Kneipen so extrem teuer ist, wird das, was man hier "Vorglühen" nennt, dort viel exzessiver betrieben und gehört quasi zum Programm dazu. Wichtiger ist aber das Nachspiel: Nach der Kneipe hat man neue Leute kennengelernt und geht vorzugsweise zu einer anderen Gruppe nach Hause, um sich den Rest der Sinne zu nehmen.  Und wie mir ein Norweger erzählt hat, ist dies auch das eigentliche Ziel des Abends: Mit anderen Leuten nach Hause zu kommen oder zu ihnen zu gehen, als man den Abend begonnen hat. Ob das Nachspiel  bei den Norwegern dann vielleicht doch noch größere Bezüge zu unserer Bedeutung entwickelt, kann ich empirisch (aus Erzählungen natürlich!) noch nicht belegen!
Jedenfalls ist es aber sehr lustig, als Deutscher Plakate in der Uni von irgendeiner Veranstaltung zu finden, die sich Akademisk Vorspiel nennt....

Tja, wie gesagt wars das für heute! Am Wochenende wirds sicher noch mehr geben!

Danke fürs Lesen!

Mange hilsener fra Oslo,

Adrian

 


 

20.8.10 12:08

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kim (26.8.10 15:04)
Na, dann wünsche ich dir viel Spaß bei den vielen ersten Partys!

Das mit dem WLan könnte am Aluminium-Mac liegen. Mein weißes Plastikding ließ mir in England auch viel mehr Internetmöglichkeiten als Sebastians AluminiumMacbook.


Adrian (26.8.10 21:58)
Hm...aber ich hab doch auch eins aus weißem PLastik?


Kim (31.8.10 12:26)
Na dann kann ich dir auch nicht helfen =/

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