Fra Bayern til Oslo

Mein ERASMUS-Auslandsjahr in Norwegen
 

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Aus der Vergessenheit

Hm, bei einer genügend langen Zeit der Inaktivität traut man sich ja irgendwann garnicht mehr, sich überhaupt noch zurückzumelden, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Auf der anderen Seite: Ich habe heute den ganzen Tag an produktiven Dingen eigentlich REIN NICHTS zustandegebracht und bin stattdessen seit 9 Uhr einfach nur herumgesessen. Vor dem Internet mit einer ähnlichen Zeiteffektivität wie eh und je... :/ Ob diese Reminiszenz (ich musste das Wort nachschlagen, hättet ihr es schreiben können) am absolut gräußlichen Wetter lag?

Aber  um wenigstens etwas Sinnvolles diesen Tag getan zu haben, gibts jetzt auch nach langem wieder einen Eintrag! In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Erweiterung meiner FB-Gallerie hinweisen. Bilder sagen ja bekanntlich manchmal mehr als viele Worte...

Tja, was ist denn eigentlich seit letztem Eintrag alles passiert? Ich habe drei Leute von daheim gesehen, erst Pia, dann Bettina und nun war bis gestern auch noch meine Mutter da. Nach diversen Führungen kann ich nun definitiv sagen, Teile von Oslo fast wie meine Westentasche zu kennen! Und ich habe dabei immer sehr viele schöne Zeiten verbracht. Und ich hoffe auch, daß die Leute einen guten Eindruck dieser Stadt und dieses Landes gewonnen haben. Pia und Bettina lernen ja immerhin auch Norwegisch! Und Pia möchte sogar selbst hier meine Nachfolgerin werden, wenn ich das richtig verstanden habe. Willkommen im Brunost-Land! ^^

Aber vielleicht sollte ich garkeine Aufzählung all der vergangenen Eregnisse liefern (zur Not gibts dafür ja auch mein FB-Profil --> Vernetzung im tollen Web 2.0 o_O) und stattdessen einige Eindrücke nach etwas längerer Zeit in Oslo verkünden?

Nun, so ein "normaler" Alltag ist ja recht leicht zu beschreiben. Ich mach recht viel Sport. Nachdem ich durch Mama Oslo für vier Tage wie ein Tourist erleben und erstmals auch essen gehen konnte, sollte ich davon wieder mehr machen. Man lässt sich die Chance auf Jack Daniels-Burger und Enchiladas eben einfach nicht entgehen!
Ich geh zur Uni. Eine der Klausuren werde ich nun doch nicht schreiben, bleibt also nur "Norwegian Life and Society" sowie der Norwegischkurs. Und auch das ist eigentlich schon sehr pflichtbewusst, nachdem ich laut Aussage der LMU eigentlich als Magisterstudent überhaupt keine Klausur schreiben müsste! o_O
Ich lese offenbar viel mehr heimische Nachrichtenseiten und Diskussionen über die Politik daheim als je zuvor. Ist das nun paradox? Aber gerade aus der Ferne mit ein bisschen Abstand kann man oftmals eine Sichtweise auf die Dinge erlangen, die man so daheim wohl nicht hätte. Und vielleicht ist es ja auch ein Zeichen der Anschlusses und vielleicht sogar der Sehnsucht nach zuhause?

Jedenfalls bin ich doch sehr erfreut darüber, am 14. Dezember bereits wieder im Flieger nach Hause zu sitzen und mit einigen von Euch noch Teile der Vor- und Nachweihnachtszeit zu erleben. Gerade jetzt, wo das Semester daheim angefangen hat, beginnt man noch mehr, sich über das Zuhause Gedanken zu machen. Was man wohl alles für Dinge verpasst? Ich freue mich auf Euch alle auf jeden Fall! Und ich glaube, daß das noch stärker wird, je näher die Heimreise rückt. Norwegen ist und bleibt ein sehr schönes Land, aber die Heimat ist es dann eben doch nicht.

Bis dahin werde ich aber noch die Gelegenheit haben, erstmals seit meiner Ankunft in Oslo vor mehr als 2 Monaten (!? Ist es schon so lange her?) auch einmal mehr als nur diese Stadt zu sehen. Nächste Woche kommt Bettina und wir fliegen nach Tromsø über den Polarkreis zur Schlittenhundefahrt!
Und kurz vor meiner Abreise nach Deutschland werde ich mit ein paar Kommilitoninnen ebenfalls noch zwei weitere Flecken Skandinaviens kennenlernen: Bergen und Göteborg (Schweden). Leider muß ich mich gerade heute noch um die Abreise kümmern, da irgendwas mit der Überweisung nicht geklappt hat.

Habe ich schon einmal auf den Sportfanatismus der Norweger hingewiesen? Es gibt echt einige Gründe, warum viele Norweger einfach viel schlanker sind und viel besser aussehen, als die Deutschen. Und das liegt vielleicht auch daran, daß sie viel weniger Berührungsängste mit der Natur haben, als wir.

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Vergleicht man den durchschnittlichen Deutschen mit dem durchschnittlichen Norweger (und natürlich die Norwegerinnen!!), so tun sich echt wahnsinnige Unterschiede auf.

 Das  Härteste, was ich gesehen habe, war so ein Volleyballverein von 10jährigen. Wir reden hier von Anfang Oktober, wo es Abends kaum mehr als 5-10°C hat. Einer der Jungen pfeffert den Ball in den See, woraufhin ein anderer in seiner vollen Sportmontur einfach in den See rennt, den Ball in die Hand nimmt und den anderen was zuruft. Daraufhin rennen ihm die nächsten 3 in den See hinterher. Irgendwann kommt dann der Sportleiter hinterher und sagt denen, daß sie doch bitteschön wieder rauskommen sollen. Dann spielen sie in ihren kalten, nassen Schuhen weiter. Am Abend. 

Ansonsten kann es durchaus auch einmal vorkommen, daß bei einem Laufmarathon um den Sognsvann ganze Völkerscharen von 10 bis 70 mitrennen, wobei dann die Jüngsten und Ältesten durchaus auch mal im Mittelfeld sind. Und gejoggt wird sowieso bei jedem Wetter und zu jeder Jahres- und Tageszeit.

 

Vieles fällt da wohl zusammen. Und ja, die Norwegerinnen sind echt fast durch die Reihe geeignet, auf ein H&M-Plakat zu kommen. Und ziehen sich auch alle entsprechend an mit sehr modischen Klamotten, häufig noch heller gefärbten Haaren und mit dem immergleichen Perlohrstecker im Ohrläppchen. Ich muß zugeben, daß ich ihn langsam nicht mehr sehen kann!

Auf der anderen Seite muß man aber auch sagen, daß es irgendwann einmal langweilig wird. Fast jede Norwegerin allein würde überall auffallen, aber wenn man ständig überall den selben Typ sieht, der in Deutschland wohl unter die Marke "BWL-Studentin" fallen würde, dann entfaltet das irgendwann keine besondere Wirkung mehr. Ich bin und bleibe also meiner Freundin aufs Engste verbunden! ^^

Dennoch muß man den Norwegern natürlich sehr zugute halten, daß sie das beste aus sich machen.

 

Norwegen ist allgemein ein Land, das man für vieles beneiden kann. Sei es die Natur, das Sozialsystem, den unbeschwerteren Umgang mit eigenen Nationalsymbolen, das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit...aber eben auch für die eklatant hohen Preise. Ich finde, Norwegen ist sowas wie der Mac unter den Ländern. Alles ist sehr teuer und wenig kompatibel zum Rest der Welt, weil es einfach anders funktioniert...dafür ist es aber auch sehr praktikabel, sieht gut aus und funktioniert vergleichsweise reibungslos. Natürlich hat dieses Land auch Probleme, aber im Vergleich zu Deutschland auf relativ hohem Niveau.
Auf der anderen Seite fehlt mir natürlich jener Zugang zur Tiefe des Landes, wie ihn wohl nur ein Norweger selbst haben kann. Und man kann Deutschland und Norwegen wohl teilweise auch nur schwer miteinander vergleichen. Ich würde sagen, Deutschland hat mehr Ecken und Kanten und die Gesellschaft ist leider nicht ansatzweise so "bodenständig", wie es die norwegische ist. Aber irgendwie...haben die Höhen und Tiefen unseres eigenen Landes aber auch etwas reizendes, was ein 5,5 Millionen-Einwohnerland in Nordeuropa so sicher nicht haben kann.

 

Ich kann also Leute, die nach Norwegen auswandern wollen, durchaus verstehen. Meine Sache wäre es aber nicht, obwohl das Land so schön ist.


Und ich freue mich drauf, wenn ich von diesem Land einmal mehr als nur Oslo kennenlernen darf!

 

Wie gesagt, ich bitte nochmals um viel Entschuldigung für die sehr lange Wartezeit...

 

Bis bald,

Adrian

 

 

 

 

27.10.10 21:11

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